Zehn Jahre Bienchen

Anfang Dezember 2005 bekamen wir eine Obstkiste. Darin saß ein süßer kleiner Dalmatiner. Ein Mädchen. „Columbina“ hieß sie – bald nur noch „Bienchen“.

Bienchen stammt von der Insel Kreta. Dort war sie vor einem Tierheim abgelegt worden. Warum? Weil sie taub ist. Und taube Dalmatiner verkaufen sich nicht gut. Auch nicht auf Kreta.

Ein tauber Dalmatiner? Wenn wir gewusst hätten, worauf wir uns da einlassen. Tja, wenn wir das gewusst hätten, hätten wir das auch gemacht. Nach zehn Jahren kann ich sagen: Die Taubheit merken wir gar nicht mehr. Neulich hat sie nicht gefolgt und ich habe sie angeschnauzt: „Hörst Du schlecht?“ Sie hat mich nur groß angeguckt.

Noch ein Bild vom Tag ihrer Ankunft.
Noch ein Bild vom Tag ihrer Ankunft.

Bienchen hat sofort dazu gehört

Bienchen war vom ersten Tag an Teil der Familie. Denn sie hatte und hat eine Art, die jedem direkt ins Herz geht. Sie liebt Menschen und ist von solch einer Freundlichkeit, dass alles zu spät ist. Bienchen ist der Hund, der immer da ist, sich immer ankuschelt, immer Nähe sucht. Sie tröstet und fordert zum Spielen auf.

Als letztes Jahr unsere Tochter zur Welt kam, hat Bienchen sie sofort adoptiert. Bei Bienchen hat unsere Tochter Narrenfreiheit und die beiden sind ein Traumpaar.

Klar hat Biene ihre Macken. Natürlich. Jeder Hund hat die. Sie ist visuell irre empfindlich, reagiert auf jede Bewegung. Sie jagt Schatten und fallende Blätter. Sie hört sich selbst nicht bellen, kläfft also enorm laut. Und sie ist ziemlich schreckhaft.

Aber das alles macht nichts. Hier bei uns hat sie Auslauf, sie hat mit Fini und Chico zwei dicke Kumpels, an denen sie sich auch orientieren kann.

Bienchen im Obstkorb
Bienchen im Obstkorb

In den zehn Jahren ist aus dem wuseligen Welpen eine immer noch wuselige Dalmatiner-Lady geworden. Sie ist etwas ruhiger als noch vor fünf, sechs Jahren. Aber sie kann immer noch Gas geben, um Fini zu jagen oder um sich in das Fangen von Blättern zu vertiefen.

Was für ein Glück für uns, dass Du von Kreta zu uns gefunden hast. In einer Obstkiste, winzig klein, taub und rotzfrech. Danke, Bienchen, dass Du bei uns bist. Ich hoffe, Du bleibst noch viele Jahre.

Bienchen geht mit uns Gassi - das ist zehn Jahre her.
Bienchen geht mit uns Gassi – das ist zehn Jahre her.

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